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| Saleen S7 (Supersportler) | ||||||
Saleen S7vom 18.02.2004 Wenn es etwas gibt wofür die Amerikaner noch bekannt sind außer ihrer liebe zu Junk Food dann sind es wohl die V8 Big Block Motoren. Genau so ein V8 Big Block verrichtet seine Arbeit in dem Saleen S7, dem zur Zeit sportlichsten US-Amerikaner auf vier Rädern. Der kalifornische Kleinserienhersteller Saleen ist damit zum Schreck der europäischen Supercars geworden. Urspünglich wurde der Saleen S7R als reines Rennfahrzeug konstruiert. (Anm.d.Red.: Der S7R fuhr sowohl in amerikanischen als auch europäischen GT-Meisterschaften sämtliche Siege ein.) Doch Steve Saleen höchst persönlich hat beschlossen den jetzt Saleen S7 genannten Wagen auf die öffentlichen Straßen loszulassen. Ein Knopfdruck erweckt das V8-Aluminium-Aggregat zum Leben, welches seine Arbeit direkt hinter den Insassen verrichtet. Die Basis bildet ein von Ford gelieferter V8, dieser wurde dann allerdings erst einmal von Saleens Rennmotoren-Ingenieur komplett überarbeitet und auf 7 Liter Hubraum aufgebohrt. Alle technischen Bauteile sind selbst entwickelt, sie werden aus Materialien hergestellt die in der Luftfahrt verwendet werden und Teilweise sehr exotisch sind. So findet Beryllium ebenso Verwendung bei den Auslassventilen, wie Magnesium beim Drosselklappengehäuse oder Aluminium bei den Zylinderköpfen. So verhilft reinst Renntechnik dem Zweiventil-V8 zu einem niedrigem Gewicht und einer kompakten Bauweise. Der Mittelmotor wurde tief vor der Hinterachse platziert, was den Schwerpunkt sehr niedrig hält. Das Know-how der Ingenieur von Saleen zeigt sich auch bei den Werten, denn dank der präzisen Fertigung hält der Motor trotz des hohen Hubraums Drehzahlen von bis zu 7000 U/min aus. Leisten kann der V8 bis zu 700 PS, er wurde allerdings auf 550 PS gedrosselt und stellt diese bei 6400 U/min zur Verfügung. Sein maximales Drehmoment von 712 Nm bei 4000 U/min gibt der Motor an ein Sechsgang-Getriebe ab, welches die Kraft an die Hinterräder weitergibt. Der Motor ist übrigens von außen sehr schön durch Glas zu betrachten. Das Design entstand komplett am Computer und die Aerodynamik wurde im Windkanal verfeinert. Ein Ergebnis dieser Tests ist die typische Form für einen Sprinter, vorne breit und das Heck extrem lange und schlank. Der komplett verkleidet Unterboden besteht aus Kohlefaser und ist zusammen mit dem Diffusor so konstruiert, dass die unter dem S7 entlangströmende Luft einen Unterdruck erzeugt und der Wagen dadurch zusätzlich auf die Straße gezogen wird. Ein innovatives Detail bildet der Endschalldämpfer, denn die Art seiner Konstruktion dient bei einem Crash als Knautschzone. Für ausreichend Kühlung sorgen große Lufteinlässe vorne und auf dem Dach. Für die Stabilität sorgt der geschweißte und durch Aluminiumverbund-Paneele zusätzlich verstärkte Gitterrohrrahmen. Die Kohlefaser-Karosserie und die Fensterscheiben werden übrigens in England gefertigt und von dort angeliefert. Zu den guten Fahrleistungen trägt auch das hart abgestimmte Rennfahrwerk mit einer Bodenfreiheit von nur 11,5 Zentimetern sowie die doppelten Dreiecklenker rundum bei. Auch beachtlich die Gewichtsverteilung von 40 Prozent vorn und 60 hinten bei einem Leergewicht von 1250 kg.So gerüstet zeigt der Tacho nach ca. 3,6 Sekunden auf 100 km/h und beendet ist der Vortrieb bei ca. 354 km/h. Für die nötige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße sorgen die 275/30 ZR 19 auf 9,5x19“ Felge vorn und 345/25 ZR 20 auf 13x20“ Felge hinten. Die Bereifung stammt von Pirelli. Hervorragend auch die Bremsen, hier vertraut man auf High-Tech aus dem Hause Brembo. Im S7 verrichtet eine 6-Kolben-Bremsanlage mit belüfteten 380 mm Scheiben ihren Dienst. Die Bremse verzögert Brutal, allerdings nur bei einem ordentlichen Tritt auf das Pedal, da es keine Servo-Unterstützung gibt. ABS oder ESP sucht man ebenfalls vergebens, denn solche Systeme passen nicht in Saleens Vorstellung von einem Supersportler. Ein Knopfdruck auf der Fernbedienung lässt die Türen sanft nach oben gleiten und der Blick auf den Innenraum wird frei gegeben. Hier erkennt man dann allerdings wieder wo der Ursprung dieses Sportwagens liegt. Nichts mit spartanischem Interieur, hier empfängt einen wahrer Luxus. Der Innenraum ist mit edlem Conolly-Leder überzogen. Klimaanlage und elektrische Fensterheber gehören ebenfalls zum Standard in US-Boliden. Statt in eines Rückspiegels gibt es ein LCD-Display, welches für den Blick nach hinten mittels einer Kamera sorgt. (Anm.d.Red.: Dieses System ist nicht neu, es kam erstmalig beim Lamborghini Diablo GT zum Einsatz.) Airbags sucht man vergeblich, genauso wie eine Verstellmöglichkeit für die Schalensitze. Außerdem sollte man kleine bewegliche Füße haben denn die werden in einen immer schmaler werdenden Tunnel gesteckt um die Pedalerie bedienen zu können. Die Pedale werden bei Fahrzeugübergabe genau auf den Kunden eingestellt bzw. abgestimmt. Dieser amerikanische Supersportler erfreut sich höchster Beliebtheit, denn bis jetzt wurden mehrere hundert Stück verkauft. Das spricht für die außerordentliche Qualität und den Fahrspaß, denn bei einem Preis von 366.000 Euro plus Steuer ist der Saleen S7 nicht gerade ein Schnäppchen. Auch die Wartezeit von gut einem Jahr nehmen die meisten Kunden gerne in Kauf, bei der Baudauer von sechs Wochen pro Stück spricht das für eine gute Auslastung.Fotos: Saleen Inc. und Uli Sonntag geschrieben von: TheGiant zurück | ||||||