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Pagani Zonda C12 S (Supersportler)

Pagani Zonda C12 S

vom 01.03.2004

Es zeigt sich immer wieder, dass die meisten Sportwagen aus Europa kommen und ganz besonders viele kommen aus Italien. Genau dort befindet sich auch die Heimat des Pagani Zonda C12 S, allerdings wurde er nicht von einem Italiener konstruiert. Ein Argentinier ist für seine Konstruktion verantwortlich. Der Ex-Lamborghini-Ingenieur und Designer Horacio Pagani wollte seinem Landsmann Juan Manuel Fangio einen unvergesslichen Sportwagen bauen. Die Idee für diesen Supersportler wurde 1988 geboren, doch erst 1992 hatte Pagani sein eigenes Geschäft so etabliert dass ihm genug Zeit blieb um sich voll und ganz der Entwicklung zu widmen. So holte er sich während der Entwicklungszeit immer wieder Anregungen und Ratschläge bei Fangio höchst persönlich. Fangio war grundsätzlich mit den Vorstellungen von Pagani zufrieden, jedoch wurden alle Entwürfe nach seinen Vorgaben gezeichnet und er beharrte auf einem speziellen Wunsch. Auf genau diesen Wunsch werde ich später noch genauer eingehen. Als Fangio 1995 starb setzte Pagani das Projekt alleine fort. Das Ergebnis der langjährigen Entwicklung ist der Pagani Zonda C12 S, wobei Zonda übersetzt Südamerikanischer Wind bedeutet.

Fangio hatte ja gegenüber Pagani einen speziellen Wunsch geäußert. Dieser Wunsch bezog sich auf den Motor, denn Fangio wollte unbedingt einen Mercedes-Motor in diesem Auto. Warum Fangio auf einen Mercedes-Motor bestand? Das lässt sich nur vermuten. Vielleicht hing es damit zusammen, dass seine Rennen für Mercedes ihm den größten Respekt in der Formel 1 verschafften und Mercedes dadurch große wirtschaftliche Erfolge feierte.
Auf jeden Fall wurde sein Wunsch erfüllt, denn im Zonda C 12 S arbeitet ein Aggregat aus dem Hause Mercedes. Darin zeigt sich auch das in Pagani gesetzte Vertrauen, denn schließlich beliefert Mercedes nicht jeden X-Beliebigen mit ihren Motoren.
Was für einen Motor Mercedes an Pagani liefert?
Auf jeden Fall nicht irgendeinen. Im Zonda arbeitet der Baugleiche V12-Mittelmotor, mit der Bezeichnung AMG-E-70, welcher auch seine Arbeit im Mercedeseigenen Supersportwagen CLK-GTR verrichtet. Natürlich ist dieses Mercedes-AMG-Kraftpaket aus leichtem Aluminium gefertigt und verfügt über 7291 ccm Hubraum. Dabei verhelfen die vier Ventile pro Zylinder und die zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank dem Motor zu 555 PS bei 5900 U/min und zu einem satten Drehmoment von 750 Nm bei 4050 U/min. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Schaltgetriebe, dieses reicht die enorme Kraft an die angetriebene Hinterachse weiter und eine Traktionskontrolle sorgt für entsprechende Bodenhaftung.
Der Motor hat mit dem Gewicht von 1250 kg leichtes Spiel, so steht die Tachonadel nach 3,7 Sekunden auf der 100 km/h Marke und die Beschleunigung endet erst bei 354 km/h.

Um aus hohen Geschwindigkeitsregion auch sicher bzw. schnell wieder auf 0 km/h zu kommen wurden rundum Innenbelüftete Bremsenscheiben installiert. Die Scheiben mit einem Durchmesser von 355 mm Vorn und 335 mm Hinten garantieren in Verbindung mit den entsprechenden Bremssätteln und Belegen für einen kräftigen Biss bei Betätigung des Bremspedals.

Bis das endgültige Design des Chassis fertig war dauert es allerdings ein paar Jahre. Nach Aussage von Pagani stand der Sauber Mercedes "Silver Arrows" Group C Pate für das Basisdesign. Doch wurde dieses Basisdesign danach erst einmal ein Jahr lang analysiert, ohne große Veränderungen daran vorzunehmen.
Im Endeffekt ist für den Zweisitzer die extravagant gestylte Zonda-Karosserie herausgekommen mit einer hervorragenden Aerodynamik, wobei sich die Linienführung eindeutig an Le Mans Fahrzeugen orientiert. Unter der Karosserie aus Karbon-Fieber befindet sich ein Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl und verleiht dem Zonda die nötige Steifigkeit. Im Falle eines Crash sorgt das aus Kohlefaser bestehende Cockpit für eine hohe Sicherheit. Die Fahrerkabine sitzt ziemlich weit vorne, aber das nicht ohne Grund. Denn um eine optimale Gewichtsverteilung und einen niedrigen Schwerpunkt zu erreichen musste der V12 so ziemlich in der Mitte platziert werden, also direkt hinter das Cockpit und natürlich verpackt in eine eigene Rahmenkonstruktion. Pagani hat es geschafft sich durch verschiedene Designelemente von der allgemeinen Konkurrenz abzuheben. Da hätten wir zum einen die ausgestellten Scheinwerfer, das gläserne und wärmereflektierende Dach und der abtriebsfördernde Heckspoiler. Zu guter letzt trägt die außergewöhnliche Auspuffanlage, die alle 4 Endrohre mittig zusammenführt, zum harmonischen Gesamtbild bei.

Die Fahrwerkstechnologie ist genau wie der Rest Sportwagenbau vom feinsten. Damit in allen Situationen ein guter Kontakt zur Straße erhalten bleibt gibt es im Zonda ABS und einen Allradantrieb mit einem elektronischen Federungssystem. Auch sind doppelte Querlenker rundum zu finden. Eine richtig gute Straßenlage und Bodenhaftung ist natürlich nur mit einer ordentlichen Bereifung möglich, dafür sorgt Michelin. So kommt der Pagani mit 255/40 ZR 18 auf 9J x 18“ Felge an der Vorderachse daher und die Hinterachse walzt er auf 13J x 18“ Felgen mit 345/35 ZR18 über den Asphalt.

Sehr modern ist der Innenraum gestaltet, hier dominiert eindeutig Hightech in Verbindung mit Handwerkskunst. So wechseln sich Teile aus Kohlefaser, feinstem Leder und poliertem Aluminium ab. Auch bietet das Interieur eine gute Rundumsicht und ein großzügiges Platzangebot für einen solchen Supersportwagen. Im Preis mit inbegriffen ist das Navigationssystem und die Audio-Anlage.

Wenn überhaupt dürfte einem der Pagani Zonda C 12 S nicht all zu oft unter die Augen kommen, denn nur 25 Stück verlassen die Pagani Fabrik in San-Cesario pro Jahr. Dabei muss der erwartungsfrohe Käufer auch noch gut sechs Monate auf ein Exemplar warten. Handarbeit braucht seine Zeit und hat seinen Preis, knapp 480.000 Euro muss ein Käufer überweisen.

Übrigens: Den Pagani Zonda C 12 S ist seit 2003 auch als Roadster erhältlich, doch nur 40 Stück der Roadstervariante sollen das Werk überhaupt verlassen. Der Roadster feierte auf dem Genfer Automobilsalon des letzten Jahres seine Weltpremiere.


Fotos: Auto Italia Magazine, Pagani Automobili

geschrieben von: TheGiant

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