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| Ferrari Enzo (Supersportler) | ||||||
Ferrari Enzovom 31.03.2004 Ferrari, für die meisten Leute dürfte dieser Name noch immer der Inbegriff eines Sportwagens sein und das sicherlich nicht ohne Grund. Dieses Image hat sich Ferrari hart erarbeitet bzw. redlich verdient und dafür sind nicht nur die Erfolge im Motorsport verantwortlich, denn Ferrari gehört zu den wenigen Rennwagenschmieden die angefangen haben „gewöhnliche“ Straßenwagen zu bauen. Allerdings tut das Ferrari mit so viel Erfolg wie kaum ein anderer Sportwagen-Hersteller.In einem Ferrari steckt das ganze technische Know-how aus dem Rennsport, getreu dem Motto des Firmengründers Enzo Ferrari, der immer der Ansicht war, dass nur ein Rennwagen die Grundlage für einen guten Straßenwagen bilden kann. So wurde auch der schnellst je gebaute Straßen-Ferrari nach dem Firmengründer Enzo benannt. Unter anderem hat auch Michael Schumacher seinen Teil zu diesem Auto beigetragen, denn er hat etliche Runden auf der Teststrecke mit dem Enzo zurückgelegt und den Ingenieuren damit bei der Feinabstimmung geholfen. Dieser Wagen ist momentan einfach das Beste was Ferrari an Straßensportwagen zu bieten hat. Angetrieben wird der Enzo von einem kompakten und sehr leichtem V12 Motor, welcher in der Fahrzeugmitte plazierten ist. Der V12 besitzt einen Hubraum von 5998 ccm und hat vier Ventilen je Zylinder. Dieser Motor mobilisiert 660 PS, das macht stolze 110 PS je Liter Hubraum und das ist schon recht beachtlich für einen Saugmotor ohne Turboaufladung. Seine maximale Leistung von 660 PS erreicht das Aggregat bei 7800 U/min und bei 5500 U/min liegt das maximale Drehmoment von 657 Nm an. Damit auch im unteren Drehzahlbereich ein hohes Drehmoment zur Verfügung steht haben die Ingenieure viel von ihrem Know-how einfließen lassen, so liegt bereits bei 3000 U/min ein Drehmoment von ca. 520 Nm an. Erreicht wird dieser Wert durch eine variable Ventilsteuerung, eine separate Einspritzeinheit pro Zylinderreihe und ein interaktives Management.Sehr schnell geht auch der Gangwechsel von statten, so läßt sich dank der F1-Schaltung ein Gang innerhalb von 150 Millisekunden wechseln und das äußerst präzise über die Lenkradpaddel. Das 6-Gang Getriebe bringt die anliegende Kraft innerhalb kürzester Zeit an die Hinterachse. All die jahrelange Motorsporterfahrung und die daraus resultierenden Erkenntnisse bzw. Entwicklungen machen den Ferrari Enzo zum schnellsten Ferrari mit Straßenzulassung. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist laut Werksangaben in 3,65 Sekunden bewältigt, doch nach einem Test zeigte sich, dass der wirkliche Wert bei 3,27 Sekunden liegt. Die Top Speed liegt bei über 350 km/h. Innovation a la Ferrari, denn im Enzo arbeitet ein ganz besonderes Elektroniksystem. Viele integrierte Systeme bilden das Gesamtsystem, so gibt je ein System für Motor, Gangschaltung, Traktionskontrolle, Fahrwerk, Bremsen und die Aerodynamik. Die aktuelle Fahrsituation wird mit Hilfe von Sensoren kontinuierlich überwacht und dem System mitgeteilt, welches den Fahrer durch etwaige Eingriffe beim Handling unterstützt. Bei einem Gangwechsel gewinnt zum Beispiel das Gear-System die Oberhand, um auf der einen Seite so schnell wie möglich zu sein und auf der anderen Seite den Vorgang so sanft wie möglich zusteuern. Front- und Heckspoiler sind hydraulisch verstellbar und werden ebenfalls von einem System gesteuert. Sie werden abhängig von der Geschwindigkeit geregelt, um immer für einen optimalen Anpressdruck und eine gute aerodynamische Balance zu sorgen. Dem 1365 kg leichten Supersportler ist förmlich anzusehen, dass sein von Pinifarina-Design stammendes Äußeres von Formel 1 Technologie bestimmt wird. Die Aerodynamisch ausgefeilt Karosserie ist gerade zu prädestiniert für hohe Fahrleistungen und die Strömungsoptimierung sorgt zusätzlich noch für einen sehr geringen Luftwiderstand. Auch das Zusammenspiel von Abtrieb und Anpressdruck garantiert eine gute Straßenlage bzw. ein gutes Handling. Der Anpressdruck erreicht beachtliche Werte, so liegt er bei 200 km/h bei 344 kg und er steigert sich weiter bis er bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h das Maximum von 775 kg erreicht. Bei höheren Geschwindigkeiten fällt er wieder ab, allerdings sind es immer noch 585 kg bei 350 km/h. Um eine hohe Verwindungssteifigkeit bei geringem Gewicht zu erreichen, besteht der Ober- und Unterbau des Enzo aus einer Kombination von Aluminium und Carbonfaser. Mit dieser Honeycomb genannten Bauweise hat der Zweisitzer bereits sämtiche Crashtests bestanden.Eine weitere Besonderheit des Enzo besteht darin, dass er weltweit das erste Auto mit serienmäßigen Keramikbremsscheiben vorne und hinten ist. Diese kommen natürlich hinter der 245/35 Bereifung vorn, sowie 345/35 hinten nicht richtig zur Geltung. Das Fahrwerk weist aktive Aufhängungselemente auf und diese sind elektronisch mit der aktiven Aerodynamik, dem ABS bzw. ASR und dem Getriebe verbunden. Der Innenraum wird wie der Rest des Fahrzeuges von Kohlefaser dominiert. Einen Enzo zu bekommen dürfte sich als schwieriger erweisen als so mancher glaubt. Zum einen sollten nur 349 Exemplare jeweils als Links-Lenker gebaut werden. Allerdings war die Nachfrage so groß das die geplante Stückzahl kurzerhand auf 399 Exemplare angehoben wurde. Das war es dann allerdings auch, denn alle Exemplare sind vergriffen. Die neuen Besitzer verteilen sich auf die ganze Welt, 28 % der Enzos und damit der größte Teil gehen bzw. gingen nach Nordamerika. Doch auch nach Deutschland kommen ca. 60 Exemplare, damit ist die Wahrscheinlichkeit mal einen zu Gesicht zu bekommen gar nicht so gering.Für einem Preis von ca. 645.000 Euro bekommt der Käufer mit dem Enzo Renntechnik auf Formel 1 Niveau geboten und obendrein den schnellsten Ferrari für die Straße. Doch das dieses Geld auf keinen Fall schlecht angelegt ist zeigt sich im Internet, denn dort werden Enzos schon für 700.000 bis 980.000 Euro gehandelt. ![]() ![]() Fotos: automobil TEST, Conrad Piepenburg geschrieben von: TheGiant zurück | ||||||