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realCITY Greifswald und Commit Augsburg in Nebajvom 06.09.2006Hier mal ein kurzer Bericht über Guatemala und Nebaj, so wie den in Angriff genommenen Projekten: Endlich angekommen in Belize. Nach 72h Nonstop Reise von Frankfurt ueber Boston, Charlotte und Cancun im Flugzeug, ging es weiter in Bussen. Durch mexikanische Naechte. Heiss und stickig, das Schlafen fiel schwer. Wir haben einige Einheimische kennengelernt, das machte die Reise sicherer. Und die Hitze ertraeglicher. Ein Highlight sind die Grenzuebergaenge. Da muss man seine Taschen nach Zufallsprinzip dem Zollbeamten zeigen. Ein grosser gelber Pfosten, mit einer Lampe auf halber Hoehe ausgeruestet, hat einen Knopf. Der Tourist drueckt diesen nach Aufforderung, und bei jedem fuenften sagt es: Zonk, bitte entleeren sie ihre Taschen. Daniel hat die Lotterie verloren, und ist nun ueberzeugt, viel zu viel Gepaeck dabei zu haben.Naja, wir also weiter, Richtung Zielort Placencia. Durch Belize City, der zweithaesslichsten Stadt der Welt. Es ist ziemlich unheimlich dort, dazu die Hitze und dieser Geruch. Ueber die haesslichste Stadt der Welt werden wir das naechste Mal schreiben. Von Belize City waren es noch drei Busstunden und ne kleine Bootsfahrt, und endlich waren wir unter Palmen. Placencia ist ein Paradies fuer alle, die Entspannung suchen. Lockere Karibik Musik, ein weisser Sandstrand voller Palmen, und ein leichtes Rauschen des Meeres im Ohr. Ihr koennt es nicht glauben? Schaut euch mal die Bilder an…Morgen geht es weiter auf unserer Reise nach Nebaj, wo wir unseren Projektpartner treffen wollen. Es ist aber noch ein weiter und beschwerlicher Weg bis dort, da wir aus dem karibischen Flachland bis ins ueber 2000m hohe Hochland wollen. 2.Reisebericht Guatemala ist ein Land der extremen Gegensätze. Die Landschaft reicht von tropischem Flachland bis zu über 4000 Meter hohen Vulkanen der Kordilleren. Jedoch nicht nur geographisch sind die Gegensätze extrem, auch wirtschaftlich und sozial. Während die wenigen Reichen in hermetisch abgeriegelten Siedlungen am Rande der molochartigen Hauptstadt Guatemala Stadt leben, führt die Mehrheit der Bevölkerung ein Leben in Armut, Krankheit und widrigen Lebensumständen. Dies zeigt sich besonders in den isolierten Bergdörfern, wie Nebaj. Das Strassenbild ist beherrscht von traditionell gekleideten Maya, streundenen Strassenhunden und Dreck. Die Häuser sind einstöckig und mit einem offenen Herd versehen. Dieser wird mit Holz beheizt. Der Boden ist meist aus Lehm. Die Nahrung ist eintönig, und wird von Mais, Bohnen und Eiern dominiert. Der Geruch, der durch Nebaj strömt ist ein Mischung aus verbranntem Holz, Müll, Abgasen und Dieselabgasen. Das Geruchserlebnis wird begleitet von einer nie abschwellenden Lautstärke, hervorgerufen durch TukTuks, Busse und Lautsprecher, die unermüdlich die gleiche Leier spielen.Offensichtlich sind die Kirchen die reichsten Institutionen in Nebaj. Die Auseinandersetzung zwischen evangelikalen Sekten und der katholischen Kirche äussert sich durch nächtliche Fackelmärsche und Discos in den Glaubenshäusern. Gegenüber fremden sind die Einheimischen nicht sehr aufgeschlossen. Hierzu muss man zurück in die Geschichte des Landes gehen. Während des 36 Jahre währenden Bürgerkrieges agierte das Militär mit besonderer Härte in der Region. Mit dem Coup durch Rios Efrain Montt 1982 nahm die bisherige Auseinandersetzung zwischen Guerilla und Regierung ihre blutigste Wende. Die Mission Victoria 82 wurde von planmässigen Tötungen, verbrannter Erde und Vertreibung der Bevölkerung begleitet. Besucht man den Friedhof, so fällt auf, dass überdurchschnittlich viele Neugeborene aus dem Jahre 1982 verstorben sind. ![]() Unsere Unterkunft, das Restaurant Popi wird von MayanHope betrieben. Es fehlt noch an vielem, um es als eine Luxusherberge zu beschreiben. Die Mahlzeiten aber sind hervorragend und ehrlich portioniert, und die Angestellten sehr freundlich. Der Vorsitzende von MayanHope, Donald Langley, nimmt sich sehr viel Zeit um unsere Projekte durchzusprechen, und hat wertvolle Kontakte hergestellt. 3.Reisebericht Wir haben unsere Reise nach Guatemala fortgesetzt und sind seit Samstag abend in Rio Dulce. Abgestiegen sind wir im Hotel Backpackers, in dem Peter als Zivi gearbeitet hat. Die Reise war anstrengend, besonders der Teil, der uns durch Guatemala fuehrte. Hier ist ueblich in kleinen Bussen durch das Land zu fahren, aber nicht zu sechst, wie es in Deutschland erlaubt waere. Hier ist noch eine extra Bank in das Auto geschraubt, und wenn die letzten 3 zugestiegenen stehen, kommt man locker mal auf 24 Leute in einem Kleinbus. Leider ist es sehr schwer davon ein Foto zu machen, weil man sich nicht bewegen kann. Die Hitze in diesen Breiten tat ihr uebriges, um uns ziemlich erschlagen ins Bett fallen zu lassen. Das Hotel gehoert zu einem Waisenhaus, das damit finanziert wird. Wir haben uns das Waisenhaus und die sich daran anschliessende Farm angeguckt. Die Schule, in die auch die Kinder der Doerfer der Umgebung gehen, gehoert, wie ihr seht leider nicht zu den best ausgestatteten. Aber die Kinder koennen wenigsten eine Schule besuchen.Gewoehnungsbeduerftig ist nach wie vor die schwuele Hitze in Kombination mit dem Geruch von Essen und Dreck. Wenn sich die Nase aber einmal an einem Ort an den Geruch gewoehnt hat, kann man da auch essen. Und wenn man etwas nicht will, laesst man es einfach hinter sich fallen. Die letzten beiden Tage hat es viel geregnet, was leider nicht zu abkuehlung, sondern zu noch mehr schwuele gefuehrt hat. Wenn man sich zu viel bewegt, ist man innerhalb von wenigen Minuten komplett nass. Und ich meine nass, nicht wie ein einfaches schwitzen bei uns im Juli, nicht Schweissflecken unter den Achseln. Ich meine einen komplett in Wasser getauchten Koerper.Morgen geht unsere Reise weiter nach Guatemala City, wo wir den Chef von Mayan Hope, Don, unserem Projektpartner treffen warden, um dann mit ihm nach Nebaj zu fahren. 4.Reisebericht 23.08.06 Peter und ich erreichen nach langer und heisser Fahrt, dass klimatisch wesentlich angenehmere (weil 1500 Meter ueber dem Meer) Guatemala City. Die Suche nach der uns empfohlenen Herberge fuehrt uns durch die Zona 1 (hier sind alle Staedte nach Zonen aufgeteilt, nicht nach Stadtteilen), die laut reisefuehrer sehr sicher ist. Wir fuehlen uns auch sicher, wiedermal steht an jeder Ecke ein schwer bewaffneter Sicherheitsmann mit einem Maschinengewehr oder einer abgesaegten Schrottflinte. In der Herberge angekommen haben wir auch schon nach wenigen Minuten neue Freunde gefunden, oder sagen wir lieber Peter, denn der kann ja spanisch. Ich musste mich an ein paar Stichwoertern orientieren und mit dem Sinn des Gespraechs zufrieden geben. Einer hat zwar versucht ein paar Worte auf englisch mit mir zu wechseln. Ich verstand sein spanisch aber besser. Am naechsten Tag traffen wir ein paar Leute aus Rio Dulce wieder, die wie wir von dort nach Guatemala City reisten. Sie luden uns ein einen Vulkan in der Naehe der Stadt zu besteigen, der auch noch aktiv ist und wir willigten ein, denn Don kam erst spaeter, als wir erwartet hatten. Abgeholt worden sind wir vor einem futuristischen Einkaufszentrum, das sich Futura Tikal nennt, in Anlehnung an die grosse Ruinenstadt der Maya in Guatemala. Es sieht aus wie ein Triumphbogen aus Glass, aehnlich dem Ding in Paris, dessen Name mir gerade nicht einfaellt. Nach einer Stunde Autofahrt waren wir am Vulkan Pacaya. Die letzten 120 Hoehenmeter musste man zu fuss zurueck legen, was unseren Begleitern aus Bolivien und Guatemala einiges abverlangte und uns zu mehrern laengeren Pausen zwang. Unseren Aufstieg begannen wir erst gegen 18 Uhr, so dass wir erst in der Dunkelheit, gegen 20 Uhr am Ziel waren. Sehr beeindruckend die ganze Sache, solltet ihr das mal machen, nehmt eine Camera oder einen Fotoapparat mit und schickt mir ein Bild, ich hab meinen im Auto liegen lassen. Als wir dann beschlossen, den Heimweg anzutreten, kam eine dickere Wolke auf den Berg gezogen, was es nicht unbedingt einfracher machte den Weg zu finden, der uns zum Auto zurueck bringen sollte. Eine Taschenlampe und zwei Handys mit ner Funzel dran halfen uns wenigstens andere Leute zu finden (es war schon Voelkerwanderung auf diesem Berg, die hatten nur alle einen Guide), die uns dann auf den richtigen Weg schickten. Alles in allem haben wir auch nur 1 1/2 h gesucht. Als wir endlich verhungert und vertrocknet in der Herberge ankamen, hatte alles zu und so musste die letzte deutsche Schokoladentafel dran glauben, und Peter seine Allergie gegen Hasselnuesse ueberwinden. Die naechsten beiden Tage waren wir mit Don in der Stadt unterwegs, es gab fuer das Hotel und das Restaurante eine ganze Menge zu erledigen und einzukaufen. Am Samstag morgen fuhren wir dann im Chickenbus nach Quiche, der Hauptstadt der gleichnamigen Region, und von dort im Minivan wieder zu 25st weiter nach Nebaj. Mitten auf der langsamen Fahrt durch steile Serpentienen viel mir dann auf, dass ich Geburtstag habe, was wir dann auch am Abend noch gebuerend feierten, zusammen mit einer weiteren Greifswalderin und den 5 Leuten von Commit Augsburg, die insgesamt 6 Wochen in Nebaj bleiben und dort in der Schule Aufklaerungsarbeit leisten. Die folgenden Tage brachten Peter und mir die Aufgabe einen Teil der Herberge zu streichen; Don will sich fuer die zu erwartende Gaesteanzahl vorbereiten, er wird im naechsten Lonley Planet stehen, dem wohl bekanntesten Reisefuehrer fuer Individualreisende. Wir schauten uns die Schule und die Stadt, sowie die Umgebung ein wenig an. Hier lebt man anders, auch nochmal ganz anders als in Rio Dulce. Taeglich gibt es Stromausfaelle fuer unbestimmte Zeit, meist jedoch abends. Das stoert aber nur die Leute in der Stadt, die Doerfer rundherum haben meist gar keinen Stromanschluss. Wir trafen viele Freiwillige aus verschieden Projekten, die Dons Restaurant gerne als Treffpunkt nutzen. So konnten wir viele weitere Erfahrungen machen, die uns in der kurzen Zeit sonst verwaert geblieben waeren. Sonntag, 3.9. Peter vermisst seine Kreditkarte, findet sie nach langer Suche, internetbesuchen und Telefonaten in Guatemala City wieder (ist dabei noch in Nebaj), ist gluecklich, will losfahren: zu spaet, letzter Bus schon weg. Zum Glueck gibt es einen Nachtbus, den er dann auch nimmt, ich bin am 4.9. Um 10 Uhr in Richtung Mexiko aufgebrochen. Auf Facebook posten geschrieben von: Daniel Wolf, Peter Eitel -realCITY- zurück | ||||||
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