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Hilft eine schlanke Linie bei der Partnersuche?

Wir nehmen es vorweg: Ja, für schlanke Menschen ist es leichter, einen Partner zu finden. Schlank zu sein, das entspricht dem Ideal unserer Gesellschaft, dem die meisten Männer und noch mehr Frauen zu entsprechen versuchen. In einer repräsentativen EMNID-Umfrage gaben schon vor über zehn Jahren mehr als 75 Prozent der befragten Frauen und immerhin fast 67 Prozent der befragten Männer an, dass es ihnen wichtig ist, schlank zu sein. Auch die Frage nach dem Warum wurde klar beantwortet: Freunde und Bekannte hatten den Geschmack geprägt, ebenso die persönlichen Helden aus Sport, Mode und Film. Die Befragten waren sich sicher: Schlank, das heißt begehrenswert zu sein. Ein unwiderstehliches Ziel und ein ungebrochener Trend.

Statistik macht nicht glücklich

Was statistisch eindeutig klingt, ist bei der Partnersuche selbst jedoch keineswegs. Gleich mehrere Gründe sind dafür entscheidend, dass ein leichter Bauchansatz noch lange kein Grund ist, als keuscher Einsiedler zu leben. Denn auch vermeintlich „schöne“ Menschen tun sich nicht unbedingt einfacher bei der erfolgreichen Partnersuche. So ist es für Schlanke zwar leichter einen Partner zu finden, aber keineswegs leichter, den richtigen unter ihnen auszuwählen. So belegen verschiedene Studien, dass sich gerade attraktive Paare, die sich vermeintlich einfach gefunden haben, auch eher wieder trennen. Die Suche war also schnell und erfolgreich, das Glück jedoch von kurzer Dauer.

Wo die Liebe hinfällt

Inwiefern das allgemeine Schönheitsideal im konkreten Fall der Partnersuche eine Rolle spielt, ist ohnehin sehr verschieden – zumindest wenn es nicht um schnellen Sex, sondern um eine dauerhafte Beziehung geht. Wer sich verliebt, verliebt sich aus vielerlei Gründen. Eine schöne Figur kann einer davon sein, der Hauptgrund ist es wohl eher selten. Und was heißt eigentlich schöne Figur? Gilt eine gewisse Üppigkeit gerade der weiblichen Rundungen nicht eher als greifbares Argument für den Beginn einer Beziehung? Umfragen können dies kaum widerlegen, bleibt das superschlanke Model aus dem TV doch dessen ungeachtet ein beklatschtes Ideal. Als zerbrechliches Alltagswesen auf der heimischen Couch wäre es jedoch irgendwie fehl am Platz. Das gilt zumindest dann, wenn es nur aufgrund seiner schlanken Erscheinung dort hingelangt wäre. Allein aus dem Grund abzunehmen, um dem oder der anderen zu gefallen, ist der falsche Ansatz. Männer suchen einen Sexappeal, der kleine Schönheitsfehler einschließt. Supermodels, Studien belegen dies, wirken dafür zu unnahbar und kalt.

Durch dick und dünn

Wenn es heißt: „Ja“, schlanke Menschen finden leichter einen Partner und „Nein“, etwas Hüftspeck mündet nicht zwangsläufig in die erzwungene „Solokarriere“, so sind beide Antworten genauso richtig wie unvollkommen. Letztlich beantworten sie in korrekter Form eine Frage, um die es gar nicht geht. So ist längst nachgewiesen, dass es in einer Beziehung zuallererst auf die Ausstrahlung des Partners ankommt. Es geht um das „gewisse Etwas“, das sich so schwer in Worte fassen lässt, aber den gemeinsamen Wohlfühlfaktor bestimmt. Fröhlichkeit und Lebensfreude sind gefragt, dazu ein gesundes Aussehen – unterbewusst wohl auch, weil dies gesunden Nachwuchs verheißt. Vielleicht suchen wir im anderen immer auch ein Stück von uns selbst, entscheiden uns also für Partner, die uns ähnlich sind. Ein Kompliment zur rechten Zeit, das gemeinsame Lachen, ein glaubwürdiges Treuebekenntnis oder, oder, oder. All dies ist wichtig. Die Frage nach der Partnerwahl an die schlanke Figur zu koppeln, das wäre ausgesprochen platt. Da läge man richtig fett daneben.

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