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Halbzeit für die Umgestaltung der historischen Wallanlagen

Seit August letzten Jahres werden die rund zwei Kilometer langen historischen Wallanlagen rund um die Innenstadt saniert. Die Umgestaltung im Münter- und Goethegrund zwischen Mühlentor und Fleischerstraße steht kurz vor dem Abschluss, die Bauarbeiten entlang des Schießwalls, in den Credneranlagen sowie von der Langen Straße bis zur alten Augenklinik sind in vollem Gange. Die Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 6,1 Millionen Euro. 4,3 Millionen Euro stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Das Förderprogramm schreibt vor, dass die Umgestaltung des grünen Gürtels bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein muss.

„Das ist zwar ein ambitioniertes Vorhaben und ein hartes Stück Arbeit, aber wir rechnen damit, dass wir das schaffen“, sagte Bausenator Jörg Hochheim heute bei einem Rundgang über die Baustelle. Die Stadt möchte die Wallanlagen wieder in ihrer historischen Struktur sichtbar machen und den ursprünglichen Promenadencharakter herstellen. Der Bausenator ist davon überzeugt, „dass die Attraktivität der Innenstadt davon erheblich profitieren wird.“

Größere Rasenflächen und Neue Sitzmauer im Goethegrund

Neue Wege und größere Rasenflächen – so präsentieren sich Münter- und Goethegrund zwischen Mühlentor und Fleischerstraße. Die Hänge beiderseits des Kastanienwalls wurden wieder hergerichtet, kranke oder nicht denkmalgerechte Pflanzungen durch neue Bäume ersetzt. Vornehmlich im Müntergrund wurden Bäume wie Bergahorn, Rotahorn, Rosskastanie, Weißbuche, Schnurbaum und Eibe gepflanzt, die den ursprünglichen Pflanzungen von Julius Münter (1815 - 1885) entsprechen. Der Gedenkstein für den Dendrologen wurde restauriert und freigestellt. Für den Planer Olaf Petters ist dies der Bereich, in dem die ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt nun wieder am besten zu erkennen ist. Auch die Stadtmauer wurde von wildgewachsenen Sträuchern und Hecken befreit und ist nun wieder vollständig sichtbar. Allerdings würden dadurch auch wieder Graffiti-Sprayer angezogen, bedauert Jörg Hochheim, der selbst keine Lösung gegen dieses Ärgernis parat hat. Mindestens zwei Mal im Jahr werde die Mauer gereinigt, ergänzt Astrid Ewald von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Gerade jetzt laufe ein solcher Auftrag.
Im Goethegrund erstreckt sich der Rasen künftig bis an den Stadtgraben. Einladend ist eine neue 250 Meter lange Sitzmauer entlang der gesamten Wallfußes. Die Arbeiten durch die Tief- und Verkehrsbau Stralsund GmbH sind so gut wie abgeschlossen. Es fehlt nur noch die Deckschicht für die jeweiligen Aufgänge zum Mühlentor und zur Fleischerstraße. Im Übergang vom Pommerschen Landesmuseum zur Goethestraße werden zudem noch neue Laternen aufgestellt, ausgestattet mit LED-Technik und dimmbar – die bei besserer Lichtausbeute wesentlich sparsamer als herkömmliche Lampen sind.

Parkplatz an der Mensa wird nach Pfingsten geschlossen – neuer Parkplatz am Schießwall Ende Juni fertig

Im November vergangenen Jahres begann die Umgestaltung des Schießwalls. Er erfährt die größte Veränderung. „Wir geben Greifswald eine grüne Oase zurück, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts so existierte“, sagte der Rostocker Landschaftsarchitekt Hannes Hamann. „Wir feiern sozusagen gerade 150 Jahre Umgestaltung.“ Er und seine Mitarbeiter lehnten sich bei den Planungen weitgehend an historische Darstellungen an. „Wir haben im Greifswalder Stadtarchiv recherchiert und viele Berichte und Ansichten aus jener Zeit ausgewertet.“ Nach historischem Vorbild entstehen vom Mühlentor bis zum Hansering eine dreireihige Lindenallee mit Grünflächen und Sportmöglichkeiten. Dafür wurde bereits ein Großteil der insgesamt 60 neuen Bäume gepflanzt. Die Rostocker Firma GALABAU richtet derzeit für die Schüler der Kollwitz-Grundschule die neuen Sportflächen zwischen Hansering und Friedrich-Loeffler-Straße her. Für sie werden sich dadurch die Bedingungen für den Sportunterricht erheblich verbessern. Auch der Unterbau für die Wege ist bereits fertig.

Der neue Parkplatz an der Friedrich-Loeffler-Straße mit insgesamt 53 Stellplätzen wird derzeit gepflastert. Er soll Ende Juni fertig werden und den Parkplatz vor der Mensa ersetzen. Dieser wird ab 10. Juni 2014 gesperrt und anschließend abgebrochen. Auf dessen Fläche und entlang der Schützenstraße wird eine von Bäumen eingerahmte Rasenfläche angelegt, die zum Erholen einladen soll. Die Parkplätze entlang der Schützenstraße können weiterhin genutzt werden. Außerdem können Autofahrer für die Übergangszeit auf die Parkplätze am Hansering, am Nexö-Platz, in der Dompassage oder am Museumshafen Nord ausweichen.

Goldfischteich in den Credneranlagen wird entschlammt

Als letzter Bauabschnitt wurde Mitte Februar mit der Sanierung der historischen Wallanlagen zwischen der Rubenowstraße und der Langen Straße einschließlich der Credneranlagen bis zur Steinbecker Straße begonnen. Mit insgesamt 44.000 Quadratmetern ist dies die größte zu sanierende Fläche. „Die Stadt will diese grüne Lunge mit ihren Spiel- und Sportplätzen wieder erlebbar machen.“, so Jörg Hochheim. „Vor allem die Credneranlagen sollen wieder zu einem Erholungsort für die Greifswalder und ihre Gäste werden.“ Dazu gehört auch der ursprünglich 40 Meter lange und 30 Meter breite Goldfischteich, der derzeit vom Schlamm befreit wird. „Der 2,50 Meter tiefe Teich war 1,50 Meter tief verschlammt, das Ufer kaum noch erkennbar gewesen“, weiß Bauleiterin Sabine Bentfeld von der Ingenieurplanung Ost, die die Bauleitung für diesen Abschnitt innehat. Nach der Sanierung wird er in seiner vollen Ausdehnung und Schönheit wieder sichtbar sein und auch über einen Überlauf in den Ryck verfügen, sodass die oft von Staunässe geplagten Credneranlagen künftig trocken bleiben.

 

Ab Höhe des ehemaligen Steinbeckertores wird der Charakter der historischen Allee wieder hergestellt. Dazu werden insgesamt 100 neue Bäume und Büsche gepflanzt. Zuvor mussten allerdings auch Sträucher ausgelichtet und Bäume gefällt werden, die Wildwuchs oder nicht mehr verkehrssicher waren. „Dazu zählte leider ebenso die alte Weide am Teich, die völlig hohl und zerfressen war“, bedauert Sabine Bentfeld.

Auch für die Wallgründe zwischen der Langen Straße und der ehemaligen Augenklinik gibt es eine Schönheitskur. Sämtliche Denkmäler wie beispielsweise der Studentenstein oder ein Findling mit dem Porträt des Greifswalder Geografen Rudolf Credner werden freigestellt und saniert. Der ehemalige Geräteraum der „Blumenuhr“ wird zum Fledermausquartier hergerichtet. Über die gesamte Länge werden die Wege ebenso erneuert wie die Beleuchtung. Vor allem in den Credneranlagen fehlte diese bislang komplett. Hinzu kommen neue Bänke und Müllbehälter. In den Übergängen zur Steinbecker Straße, zur Langen Straße und am Tierpark werden Fahrradbügel aufgestellt, um die Grünflächen der historischen Anlage zu schonen.

Sämtliche Erläuterungsberichte zur Umgestaltung der Wallanlagen stehen im Internet unter http://www.greifswald.de/verwaltung/aktuelles-und-medien/baumassnahmen.html

Von: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald

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